Die Geschichte des Stelzlhofs
Die Geschichte des Hofes reicht weit zurück. Die erste urkundliche Erwähnung findet sich 1568 auf der Bayernkarte von Philipp Appian, wo der Hof als „befestigtes Schlösschen mit einem Turme“ und als „Stotzlhof“ abgebildet ist. Der Passauer Heimatforscher Heinz Kellermann vermutet, dass der Stelzlhof im Zuge des Salzhandels eine gewisse Bedeutung erlangte: Das vom Inn heraufkommende Salz musste vor der Grenze zu Passau über Land zur Donau geschafft werden; die Überfuhr befand sich genau auf Höhe des Stelzlhofes. Von hier aus wurde das Salz über den Goldenen Steig weiter nach Böhmen transportiert. Durch die Hofratsprotokolle ist eine bemerkenswerte Episode überliefert: Ein gewisser „Stephan Ostenperger alias Stöltzlpaur“ (Bauer am Stelzlhof) hatte Ehebruch begangen und wurde des Landes verwiesen. Seine Frau „Brigitha Ostenpergerin“ wollte ihren Mann zurückhaben. 1580 wurde ihre Bitte abgewiesen, 1582 legte der Landrichter ein gutes Wort für sie ein: Der Fürstbischof möge Gnade walten lassen ob der „erlebten alten schwachen Hausfrau“. Gut dokumentiert ist die Zeit ab 1849: Damals kauften die Gebrüder Jakob und Bartholomäus Hartl den Hof zusammen mit der Brauerei und der Ziegelei Hacklberg. Sie bestellten Franz Dullinger zum Verwalter. Unter seiner Führung wurde die Brauerei Hacklberg zur größten Brauerei in Passau und Umgebung; am Stelzlhof entstand ein landwirtschaftlicher Musterbetrieb, der von Landwirten aus Nah und Fern besucht wurde.
1897 erwarb die Diözese Passau den gesamten Besitz für 850.000 Goldmark. Die Erträge aus dem Stelzlhof kamen über lange Zeit den Priesteranwärtern der Seminarstiftung St. Stephan zugute. Nonnen vom Deutschen Orden bewirtschafteten Haus, Hof und Felder bis Mitte der 1960er Jahre. Ende der 1960er Jahre wurde das Gut verpachtet und auf Rinder- und später auf intensive Schweinezucht umgestellt; 1994 stellte die Diözese die Tierproduktion ein. Nach seiner umfassenden Sanierung und Restauration im Jahr 2005 präsentiert sich der Stelzlhof heute als historischer Gutshof, repräsentatives Geschäftshaus und Ferienunterkunft. Das Anwesen wird von einer Gemeinschaft von verschiedenen Unternehmen genutzt und von Josef und Jonas Brunnbauer gemeinsam geführt. Mit viel Engagement und Liebe zum Detail haben Vater und Sohn den Gutshof saniert. Dabei wurde der besondere Charme des historischen Gebäudes bewahrt und verbindet historische Baukultur, modernes Arbeiten und erholsames Wohnen mit der Nähe zu Stadt und Natur.





